Marlet Heckhoff

Marlet Heckhoff betreibt ihre Motivfindung sowohl auf der Straße als auch in der Kunstgeschichte und verfügt über ein weitreichendes Archiv von fotografischen Zeugnissen urbaner Strukturen. So ist das Monument für die dritte Internationale von 1920 ebenso Inspirationsquelle für ihr formales Vokabular, als auch die offen funktionalistischen Gebilde der Industriebauten und die spiegelnden Architekturen der Innenstädte. Ihr Fokus liegt besonders auf den Störungen und Bruchstellen in den Oberflächen der Städte. So beeinflusst die Visualität von Streetart und Graffiti ihre Malerei, wie auch die bildgewaltige Ästhetik von Science-Fiction-Filmen oder Computerspielen. Aus der Ansammlung ihrer zusammengetragenen Eindrücke entwickelt Marlet Heckhoff ihre eigenen, konkrete Bildwelten – ein spezifisches Destillat aus urbanen und medialen Referenzen.

In Marlet Heckhoffs Arbeiten finden sich Anleihen der konstruktivistischen Malerei und Architektur, allerdings setzt sie sich über die inhaltlich streng gegenstandslose Maxime der ursprünglichen Konstruktivisten hinweg. Quelle ihrer oft überwiegend geometrischen Strukturen sind urbane Realitäten, die sie durch die Mittel der Malerei in eigenständige Bildarchitekturen transformiert. Hierdurch sind Marlet Heckhoffs Malereien gleichzeitig historisch und gegenwärtig und changieren zwischen Fiktionalität und Realität. Auf diese Weise entstehen Räume, Schichtungen und Formationen aus Flächen, Linien und Farbe, deren konkrete Definition sich dem Betrachter entzieht, und die komplexe und verschiedenartige Interpretationen zulassen.

Geboren 1983 in Duisburg studierte Marlet Heckhoff zuerst freie Kunst an der Bauhaus-Universität in Weimar (u.a. bei Norbert Hinterberger und Naomi Tereza Salmon). Ihr Diplom der Malerei und Grafik erhielt sie 2015 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (Prof. Annette Schröter). Zwischen 2012 und 2015 belegte sie zwei Auslandssemester an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem (u.a. bei Jochai Avrahami und Talia Israeli). 2017 begann Marlet Heckhoff ein Meisterschülerstudium in der Medienkunst (Klasse für Installation und Raum) an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig 

(Prof. Joachim Blank, Fabian Bechtle).