Britta Schulze

Britta Schulze ist zuallererst Farbe. Dabei steht immer die Frage: Was macht die Farbe mit dem Bild? Farbe dient ihr als symbolische Kraft und ausdrucksverstärkendes Mittel. Licht ist ein weiteres Kriterium, das in ihrer Kunst eine große Rolle spielt. Der Farbauftrag bleibt daher zumeist dünn. Sie erreicht Tiefe, oft auch, indem sie erst auf Seidenpapier oder Karton malt und dann auf die Leinwand kaschiert. Das Licht muss sich Bahn brechen können. Das Leuchten, das Durchlässige, das Verwässern der Farbe bestimmen Ausdruck und Komposition.

Geboren 1966 in Leipzig studierte Britta Schulze von 1990-92 freie Glasgestaltung an der Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein Halle. Nach dem Studium der Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von 1992-99 bei Prof. Arno Rink, war sie Meisterschülerin bei Prof. Münzner.

Assoziativ, prozesshaft, situativ - Britta Schulzes Kunst erinnert an den Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner und den Neoexpressionisten Gerhard Baselitz.  Zwar figurativ erschaffen Britta Schulzes Arbeiten kein figürliches Nebeneinander mit klar abgrenzbaren Konturen. Mit geschwungener Pinselführung werden die Farbschichten so aufgetragen, bis sie gleichsam osmanisch ineinander fließend den Bildern ihren unverwechselbaren Charakter geben. Mit der Auflösung klarer figürlicher Grenzen lösen sich auch Bedeutungshierarchien innerhalb des Sujets auf. Britta Schulzes tiefgreifende Wahrnehmung von Wirklichkeit macht den Betrachter darauf aufmerksam, dass alles miteinander verwoben ist, man glaubt, in urzeitliche Farbwelten einzutauchen. Begegnungen zwischen Menschen und Kreaturen sind Begegnungen von Farben. Aber ihre Bilder erzählen nicht selbst Geschichten, sondern sie lassen den Betrachter Geschichten erzählen.

(Quelle: Siegfried Gasparaitis, Elmar Schenkel)